Ab Herbst 2026 fahren LUP-Busse in St. Pölten elektrisch

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Der Busbetrieb auf mehreren Lup-Linien in St. Pölten wird schrittweise emissionsfrei. Das Busunternehmen Dr. Richard stellt ab Spätherbst 2026 seine gesamte Lup-Flotte in der Landeshauptstadt auf elektrische Fahrzeuge um.

Kürzlich diskutierten Stadt und FPÖ noch über die Ausschreibung für die nächste Lup-Periode. Die FPÖ übte massive Kritik am Vorhaben der Stadt. die E-Bus-Flotte im Rahmen der Neuausschreibung auf E-Antrieb umzustellen. Jetzt macht es einer der aktuellen Betreiber des Lup selbst. Ab Spätherbst 2026 beginnt die schrittweise Umstellung dieser Fahrzeuge auf elektrische Linienbusse. Bis 2027 sollen alle bisher eingesetzten Dieselbusse ersetzt sein. Den Auftakt machen die Linie 10, 11 und 13.

Für die Umstellung investiert das Unternehmen mehr als elf Millionen Euro. Zum Einsatz kommen E-Busse der Modelle eCitaro und eCitaro K des Herstellers Daimler. Die Fahrzeuge verfügen über eine Reichweite von mehr als 400 Kilometern und sind für den innerstädtischen Linienverkehr ausgelegt.

Der Entscheidung seien umfangreiche Testfahrten und Analysen vorausgegangen. Besonders berücksichtigt wurden dabei stark frequentierte Schultage, an denen einzelne Umläufe eine Tagesleistung von bis zu 400 Kilometern erreichen. „Diese Spitzenreiten haben wir als Referenz für die Planung herangezogen“, erläutert Michael Weissmann, Geschäftsführer Dr. Richard Niederösterreich. Und Ulrike Schandl, Geschäftsführerin der Dr. Richard Gruppe hebt hervor: „Wir läuten nun im St. Pöltner Busverkehr eine wahre Trendwende ein. Um die Lebensqualität der Bevölkerung auch in Zukunft zu wahren bzw. zu verbessern, ist es aus unserer Sicht entscheidend, öffentlichen Verkehr jetzt auf umweltfreundliche Antriebe umzustellen.“

Ladeinfrastruktur in der Goldeggerstraße
Neben den Fahrzeugen wird auch die notwendige Ladeinfrastruktur ausgebaut. Am Unternehmensstandort in der Goldeggerstraße 37 werden im August 2026 insgesamt 16 Ladepunkte errichtet. Zusätzlich ist der Einsatz eines eigenen Lademanagementsystems vorgesehen. Die neuen, zwölf Meter langen Bussen verfügen über 31 Sitzplätze und sollen den bisherigen Komfort im Lup-Betrieb beibehalten.

Die Umstellung in St. Pölten ist der Teil der Nachhaltigkeitsstrategie der Dr. Richard Gruppe. Das Unternehmen betreibt bereits an mehreren Standorten elektrische Busflotten. In Salzburg sind beim Tochterunternehmen Albus derzeit 49 E-Linienbusse unterwegs, weitere sollen folgen.

Seitens der Stadt fühlt man sich durch den Vorstoß von Dr. Richard in Sachen E-Mobilität in der Strategie bestätigt. „Diese begrüßenswerte Initiative von Dr. Richard stellt einmal mehr unter Beweis, dass E-Bussen im städtischen ÖV die Zukunft gehört. Wir haben von Anfang an darauf gedrängt, dass die Lup-Flotte bei der Neuausschreibung elektrisch fährt. Umso mehr freut es mich, dass die St. Pöltnerinnen und St. Pöltner noch in der laufenden Ausschreibungsperiode in den Genuss von abgasfreien und leisen E-Bussen kommen“, freut sich Bürgermeister Matthias Stadler über die Entscheidung des Unternehmens.

Auch in Bezug auf die aktuelle geopolitische Situation sieht Bürgermeister Matthias Stadler seinen Einsatz für einen elektrischen Lup bestärkt: „Der Irankonflikt hat einmal mehr gezeigt, wie wichtig es ist, dass der Westen in Energiefragen unabhängiger von Öl und Gas wird. Der Vorstoß von Dr. Richard zeigt aber auch, dass die Wirtschaftlichkeit von E-Bussen gegeben ist und sich die Umstellung auf E-Busse langfristig rechnet.“ Stadler freut es auch, dass man sich für ein europäisches Fabrikat entschieden hat und die Wertschöpfung damit in Europa bleibe.

Quelle: noen.at, Autorin: Nadja Straubinger, 09.04.2026