Erster E-Reisebus Österreichs rollt über Salzburgs Straßen: Alles zu Reichweite, Kosten und Co

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In Salzburg steht seit kurzem der erste vollelektrische Reisebus Österreichs. Der 50-Sitzer soll Tagesausflüge und Flughafentransfers revolutionieren. Wir waren bei der Vorstellung am Albus-Betriebsgelände dabei und haben die wichtigsten Fakten zu dem neuen E-Pionier.

Während E-Busse im Stadtverkehr längst Normalität sind, war der Reisebus-Sektor bislang eine reine Diesel-Hochburg. Das ändert sich jetzt – und Salzburg ist dabei Vorreiter. Das Busunternehmen Dr. Richard hat am Donnerstag seinen neuen und den österreichweit ersten E-Reisebus bei einem Medientermin vorgestellt.

„Es war der nächste logische Schritt, dass wir uns einen elektrischen Reisebus zulegen“, erklärt Geschäftsführer Hermann Häckl bei der Präsentation. Das passende Modell fand man nach längerer Suche beim chinesischen Hersteller Yutong. „Das ist eigentlich das einzige serienmäßige Fahrzeug dieser Art, das es weltweit am Markt gibt.“

Reichweite überrascht bei Testfahrt: “Wahrscheinlich tief gestapelt“
Bei einem Reisebus mit Elektromotor stellt sich natürlich vor allem die Frage: Wie weit kommt man damit? „Der Bus hat eine Reichweite von rund 450 km. Der Transfer von Salzburg nach München zum Flughafen oder kürzere Tagesausflüge sind also überhaupt kein Problem“, so Häckl. Der Praxistest vergangene Woche bei der Überstellung von Wien nach Salzburg wäre sogar noch besser ausgefallen: “Nach 321 Kilometern waren noch 43 Prozent Akku-Ladung übrig- Diese 450 km sind also wahrscheinlich sogar ein bisschen tief gestapelt“, erklärt der Dr. Richard-Chef.

Geladen mit Salzburger Sonnenstrom
Der Preis des Fahrzeugs hat es dafür in sich: „In dieser Ausführung kostet der Bus knapp über 500.000 Euro und ist damit gut 100.000 Euro teurer als ein Diesel.“ Angesichts der aktuell aber stark erhöhten Spritpreise gehe die Rechnung aber trotzdem auf, so Häckl. Ein entscheidender Vorteil sei nämlich die hauseigene Ladeinfrastruktur am Albus-Betriebshof. Ein Großteil des Stroms dafür stamme aus der PV-Anlage auf den Dächern. „Die Fahrzeuge werden also zudem mit sauberer Sonnenenergie geladen.“

Der neue Bus, der intern auf den Spitznamen “Nemo “ hört, hat einige coole Features an Bord. Besonders spannend: Ein eingebauter Alkomat, wie er etwa in Frankreich schon Pflicht ist. „Man kann das Fahrzeug also nur in Betrieb nehmen, wenn man die 0,0 Grenze erfüllt. “ Ein eigener „Elektrobus-Spezialist“ unter den Fahrern wird sich hauptsächlich um „Nemo“ kümmern. „Bei uns ist es immer so, dass die Fahrzeuge den Lenkern zugeordnet werden und sie gut darauf schauen.“

Der neue E-Reisebus ist ab sofort für Tagesausflüge und Shuttles buchbar und soll pro Jahr über 50.000 kg CO2 einsparen. Wenn das Angebot gut ankommt, sollen bis 2028 zwei bis drei weitere E-Busse folgen.

Quelle: Salzburg24.at, Autorin: Anna Gruber, 26.03.2026