Erste E-Busse für St. Pöltner LUP-Netz ab Herbst

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Die Umstellung des St. Pöltner LUP-Netzes auf E-Busse war ein umstrittenes Thema im Gemeinderatswahlkampf. Nun hat einer der beiden Betreiber von sich aus angekündigt, seine Flotte schrittweise durch E-Busse zu ersetzen.

Das Unternehmen Dr. Richard agiert seit 2017 als Partner der Stadt St. Pölten und betreibt aktuell acht der 14 LUP-Linien. Die bestehenden Fahrzeuge sollen ab Herbst bis 2027 durch E-Busse des Herstellers Daimler ersetzt werden, teilte das Unternehmen mit.

Bei den E-Bussen soll es sich um Zwölf-Meter-Fahrzeuge mit einer Reichweite von 400 Kilometern handeln. Die Ladeinfrastruktur wird am Firmenstandort in der Goldeggerstraße mit 16 Ladepunkten eingerichtet. Das Unternehmen investiert rund elf Millionen Euro.

St. Pöltens Bürgermeister Matthias Stadler (SPÖ) begrüßte die Entscheidung. „Wir haben von Anfang an darauf gedrängt, dass die LUP-Flotte bei der Neuausschreibung elektrisch fährt. Umso mehr freut es mich, dass die St. Pöltnerinnen und St. Pöltner noch in der laufenden Ausschreibungsperiode in den Genuss von abgasfreien und leisen E-Bussen kommen.“

Noch keine Einigung mit dem Land
Die Zukunft der LUP-Busse war im Wahlkampf für die Gemeinderatswahl im Jänner 2026 ein intensiv diskutiertes Thema. An der Finanzierung des Busnetzes sind Land, Bund und Stadt beteiligt. Die SPÖ hatte dem für Verkehrsfragen im Land zuständigen Landeshauptfraustellvertreter Udo Landbauer (FPÖ) vorgeworfen, die Zusage zum Finanzierungsanteil des Landes zurückzuhalten – mehr dazu im Streit um LUP mischt im Wahlkampf mit (noe.ORF.at; 13.01.2026).

Der aktuelle Betreibervertrag läuft bis Ende August 2027. Die Stadt St. Pölten will danach sämtliche LUP-Linien auf Elektrobusse umstellen, die Verhandlungen mit dem Land Niederösterreich haben aber noch kein Ergebnis gebracht. Im Büro von Landeshauptfraustellvertreter Udo Landbauer spricht man von grundsätzlich guten Gesprächen mit der Stadt, um eine Einigung handle es sich bei der Entscheidung von Dr. Richard aber nicht.

Quelle: noe.orf.at, 10.04.2026